Wachstum

In der Vorbereitung auf diese Predigt hatte ich mir ein paar Gedanken zum Wachstum gemacht.

Nachdem ich so einige Punkte notiert hatte, was da alles dazu gehört, welche Eigenschaften und Voraussetzungen dazu gehören, war ich am Abend mit Bibel lesen beschäftigt.

Ein Vers dazu hat mich da in besonderer Weise angesprochen. Dieser soll heute Teil für die Andacht oder Predigt sein:

Es geht um den Vers 2. Könige 5, 17

Wir lesen 2. Könige 5, Vers 1-3 + 9-17
https://www.bibleserver.com/HFA/2.K%C3%B6nige5,1

Gebet:

Herr Jesus Christus, du schenkst uns diese Worte und Geschichte, damit wir verstehen, was es für uns persönlich und für unsere Nachfolge bedeutet. Du sprichst hier davon was Naaman, dem Diener zum Ende her sehr wichtig geworden war und gibst uns Hinweise darauf, was daher auch uns wichtig sein soll. Das dieses Wunder geschieht und wir dich verstehen können, das du uns nochmals ganz persönlich ansprichst, dafür brauchen wir Deine Hilfe und deinen guten Heiligen Geist. Und darum wollen wir dich bitten: Segne du selber das Reden und Hören deines heiligen und lebendigen Wortes an uns allen. Amen.


Wie erwähnt hatte ich in der Vorbereitung ein paar Punkte zum Thema Wachstum notiert.

Da ist zum einen die Geburt, wie aus Nichts etwas wird. Und dann ist das Wachstum, das auf einem Fundament erfolgt. Über diese beiden Punkte möchte ich einmal sprechen.

Zum 1. Der Geburt

Bevor etwas wachsen kann, braucht es zunächst eine Geburt.

Davor findet noch kein Wachstum statt – Im Bauch fängt es zwar schon an, aber 12 Monate vorher war da noch nichts. Das bedeutet, bevor etwas wachsen kann, muss etwas vorhanden sein. Aus Nichts muss etwas werden.

Eine Geburt benötigt Zeit, ist teilweise mit viel Schmerz und Mühsal verbunden. Es sind zwar während der Schwangerschaft schöne und spannende Momente, aber die Geburt selbst – was für ein Schmerz. Aber auch, und ich bin dankbar, dass ich dies 3 mal hab erleben dürfen – unbeschreibliche Freude, wenn es geschafft ist.

Wer mich kennt, merkt schon… 3?? mal durfte ich das erleben.

Die Bibel spricht von der geistlichen Geburt. Die für mich wichtigste und größte Geburt.

Ich selbst war im Leben oft genug überfordert und tatsächlich hin und wieder so sehr am Ende, das ich doch immer wieder meine Hände gefaltet hatte. Ich war enttäuscht von Gott, wütend auf Ihn. Hab Ihn sprich wörtlich angeschrien – bis ich aber eines Tages völlig erschöpft Ihm mein Leben übergab.

Es hat Jahre gedauert, immer wieder musste ich durch schwere Zeiten, das ich immer wieder anfing mit Gott zu sprechen. Aber was für eine Geburt und was für eine Freude als er mir begegnet ist.

Naaman hat diese Geburt hier auch erlebt.

Naaman hatte Aussatz. Und da war erst mal nichts. Keine Option auf Heilung. Auf der einen Seite war er ein hoch angesehener Mann / ein gewaltiger Mann, schreibt hier die Bibel. Auch seine Stellung, als „oberster Heerführer“, die linke & rechte Hand des Königs. Als ob er nicht alles was in seiner Macht stand schon ausprobiert hat – an Geld und Möglichkeiten kann es Ihm hier nicht gefehlt haben. Auch, dass aussätzige Menschen eigentlich ausgeschlossen waren – aber nicht Naaman. Dem König war es völlig egal, ob sich das ganze Heer an Ihm ansteckt, Hauptsache dieser Soldat und besonderer Stratege bleibt an seiner Seite!

Doch Hinsichtlich Aussatz gab es keine Option auf Heilung. Ein steinreicher mächtig armer Kerl.

Erst war die israelische Sklavin, die von dem Propheten erzählte. Er **hört** das erste mal davon, das es jemand gibt. Da ist ein Prophet.

Da entschied er sich, dem nachzugehen. Er entschied sich, auch noch diese für Ihn vermutlich letzte Option auszuprobieren. Naaman ging zum König, bekam sogar ein Empfehlungsschreiben und tauchte damit beim König von Israel auf. Hier schon die erste Ernüchterung – der König ist ziemlich ausgerastet, wieso der syrische König Ihm einen aussätzigen schickt. Er interpretierte das als Kriegserklärung. Naaman wurde sicherlich nicht sanftmütig wieder Heim geschickt. Die Bibel sagt das hier zwar nicht direkt, aber die Reaktion des israelischen Königs:

2. Könige 5, 7

Als Joram den Brief gelesen hatte, zerriss er entrüstet seine Kleider und rief: »Bin ich etwa ein Gott, der Macht über Leben und Tod besitzt? Wie kommt der Syrer nur darauf, einen Aussätzigen zu mir zu schicken, damit ich ihn heile? Es liegt ja auf der Hand, was er will: Krieg will er mit uns! Und das hier ist nur ein Vorwand.«

In Vers 8 geht es weiter: Schon bald hörte auch der Prophet Elisa, dass der König voller Entrüstung seine Kleider zerrissen hatte.

Ich will nicht Wissen, was zur damaligen Zeit „schon bald“ heißt. Im Zeitalter von Handy und Internet von mir aus, aber damals war das sicherlich nicht sofort überall bekannt. Jetzt hatte Naaman davon gehört, er hatte sogar entschieden, diesen Weg zu gehen – und dann sowas.

Naaman hat aber trotz dieser Reaktion nicht aufgegeben. Nachdem das geklärt war, fuhr er letztlich doch bei Elisa vor.

Spannend hier ist seine Haltung: „Er fuhr mit seinem Gespann vor“ – Oder in Luther-Übersetzung: „So kam Naaman mit Rossen und Wagen und hielt vor der Tür am Hause Elisas.“ Seine Reaktion auf das, was dann geschieht zeigt nochmals was für eine Haltung Naaman hatte.

Naaman war nicht bereit, die Worte des Propheten Elisa umzusetzen.

So lesen wir „Der Prophet schickte einen Diener vor das Haus der Ihm sagte: Geh an den Jordan und tauch siebenmal im Waser unter!“

Er wollte nicht auf Gottes Wort hören. Er wurde zornig, kehrte wieder um und schimpfte. Es wird hier auch begründet:

  • *ICH* hatte erwartet, der Prophet würde ZU MIR kommen, ER dann SEINEN REGENTANZ aufführt und zu seinem Gott betet, ….
  • Warum soll ICH vom Waagen oder Roß absteigen, vor dem Mann Gottes, …
  • Was glaubt er, wer er ist – WIR haben doch die sauberen Wasser – was will ICH in dem „minderwertigen“ israelischen Jordan baden gehen.

Es war eine Wut zu erkennen, in der ich mich leider sehr ertappt fühlte, als ich den Text las. Wie waren damals, noch bevor mir der Glauben geschenkt wurde, was waren das für Gebete die ich gesprochen hatte. Heute muss ich sagen, kein Wunder hat Gott sich nicht gezeigt. Aber, wo darf ich heute das nochmals für mich und meine Nachfolge hören? Wo habe ICH Erwartungen, das Gott so oder so handelt, wie ICH es mir vorstelle?

Seine Diener sind aber der Hammer! Oder?

Da ist Ihr Chef, der alle Gewalt über Sie hat, der so wütend und zorning ist – und die intervenieren nochmals. Wenn mein Chef wütend ist, weiß ich nicht ob ich mich da nochmals in die Schusslinie stellen möchte. Aber – so heißt es hier: Da machten sich seine Diener an ihn heran, redeten mit ihm und sprachen: Lieber Vater, wenn dir der Prophet etwas Großes geboten hätte, würdest du es nicht tun? Wie viel mehr, wenn er zu dir sagt: Wasche dich, so wirst du rein!

Diese Diener – das sind wir. Wir einfachen Leute, die im Glauben stehen. Der vollmächtige Verkündiger, der Prophet war nicht der Schlüssel. Seine eigenen Diener konnten Ihn dazu bewegen, diesen Glauben doch einmal anzunehmen.

Was für eine Geburt! Die Argumentation ist übrigens bis heute so schwer zu verstehen: Ein ehemaliger Moslem sagte einmal, das schwierigste am christlichen Glauben ist, das man nichts bringen muss. Wenn man für Allah 5 mal täglich beten muss, 12 Wochen fasten, 1 mal nach Mekka reisen,… und man für Jesus Christus „einfach“ alles doppelt so oft machen müsste, wäre es Ihm leicht gefallen. Aber zu akzeptieren, das man schon geliebt IST und Gott für uns alles getan hat, das ist so schwer.

Und Naaman – hier wird er das erste mal demütig. Luther übersetzt hier:

2. Könige 5, 14

Da stieg er ab und tauchte unter im Jordan siebenmal, wie der Mann Gottes geboten hatte. Und sein Fleisch wurde wieder heil wie das Fleisch eines jungen Knaben, und er wurde rein.

Da stieg er ab. Die ganze Zeit hätte alles nach seinen Vorstellungen laufen sollen, aber nach dem die Diener ihm diese leichte Aufgabe nochmals vor Augen geführt hatten, da lies er sich darauf ein. Jeder, der ein bisschen in der Bibel zu Hause ist, weiß was hier passiert ist. Das Baden im Jordan – es war die Taufe – und nicht in irgend einem Fluß, sondern im Jordan, dem Fluß in Israel.

Jordan heißt übrigens übersetzt: „der Herabfließende“ oder „der Fließende“. Damit ist der heilige Geist gemeint.

Lukas 3, 21 – 22

Als Johannes wieder einmal viele Menschen taufte, kam auch Jesus und ließ sich taufen. Während er betete, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam wie eine Taube sichtbar auf ihn herab.

Israel heißt übrigens: „Gott kämpft“, „Gott herrscht“ oder „der mit Gott ringt“

Deshalb kann auch nur von dort, wo „Gott herrscht“ die Heilung kommen. Nur Gott schenkt den heiligen Geist.

Zum 2. Dem Wachstum auf dem Fundament

Nachdem Naaman die Geburt hatte erleben dürfen, hat sich alles geändert. Er kehrte um und bekannte dem Propheten: Jetzt weiß ich, dass es nirgends auf der Welt einen wahren Gott gibt außer in Israel. Das ist übrigens Glaube. Naaman hat nicht gesagt, jetzt „glaub ich“ dass … sondern jetzt weiß ich! Wenn uns Gott mit seinem Geist ausrüstet, dann WISSEN wir. So dürfen wir es auch für unsere Nachfolge nochmals prüfen, hören und Wissen. Ob wir Wissen, das wir diesem einen einzigen und lebendigen Gott glauben.

Naaman war bereit alles zu geben als Dankesgeschenk. Was Ihm aber noch viel wichtiger war, er wollte das Fundament mit nehmen.

So heißt es:

2. Könige 5, 17

Schließlich bat er: »Wenn du schon nichts willst, mein Herr, dann habe ich einen Wunsch: Ich möchte so viel Erde von hier mitnehmen, wie zwei Maultiere tragen können. In Zukunft will ich nämlich keinen anderen Göttern mehr Brand- und Schlachtopfer darbringen, nur noch dem HERRN, dem Gott Israels. Ich möchte ihn auf der Erde aus seinem Land anbeten.

Das hat mich so getroffen. Damals, 1.300 – 750 Jahre vor Christus hat Naaman erkannt, wie wichtig es ist, den Herrn von seiner Erde aus anzubeten. Von seinem Fundament. Was damals noch unvollständig war, wurde mit Jesus Christus vollständig / vollkommen.
1. Korinther 13, 10, Wenn aber das Vollkommene da ist (Jesus Christus), wird alles Vorläufige vergangen sein. Wir Wissen, dass wenn ein Fundament vollständig und fertig ist, dann ist es fertig. Menschen auf dem Bau wissen das. Ein Fundament, ist fertig, wenn es fertig ist.

So heißt es in Epheser 2, 20:

Epheser 2, 20:
Als Gemeinde von Jesus Christus steht ihr auf dem Fundament der Apostel und Propheten. Doch der Grundstein, der dieses Gebäude trägt und zusammenhält, ist Jesus Christus selbst.

Als Fundament sind also die Worte der Apostel und der Propheten gemeint – also die Bibel.
Unsere Gründung beruht also nicht auf einem Jesus, den wir uns frei definieren können, sondern auf dem Jesus, der von den Propheten angekündigt und von den Aposteln verkündigt wurde.

Ich meine, dass ich das für mich und meine Nachfolge nochmals neu hören darf. Und das möchte ich auch euch nochmals für eure Nachfolge sagen. Das wir uns FEST machen in diesem Fundament und das wir auf dieser Basis uns an Gott den Vater und an unseren HERR und Heiland Jesus Christus wenden. Im Gespräch im Gebet – auf das wir seine Stimme hören und vernehmen in und aus seinem heiligen und lebendigen Wort. Dem Wort Gottes. Und was wäre das für ein Gott, wenn er alles erschaffen hat – aber es nicht packt, das sein Wort bleibt?

Ich bin mittlerweile sehr vorsichtig mit Aussagen wie: „Das kann ja nicht von Gott kommen“,… weil das ja nicht so ist wie ICH es erwarte oder ICH für richtig halte… ICH entscheide, welcher Jesus in meinem Leben der richtige ist. Weil MEIN Jesus genau so funktioniert, wie ICH es erwarte…und ICH ja nicht vom Ross absteige.

So darf ich euch auch noch ein Tipp für echtes Wachstum geben, welchen ich sowohl als auch miterleben durfte.

Blumen und Pflanzen wachsen ja ebenfalls in 2 Richtungen – nach oben, in Richtung Licht. Und nach unten, tief ins Fundament um sich zu verwurzeln, um sich fest zu machen. Mein Vater hat gerne unterschiedlichstes Gemüse und Obst angepflanzt. Er hat auch einmal Rhababer angepflanzt. Ein bekannter gab Ihm den Tipp, um den Rhababer eine Art Blech zu setzen, damit dieser schneller wächst. Mein Vater befolgte diesen Rat, nahm einen Rest „Well-Plastik“ was man so von einfachen Dächern kennt und stellte damit den „Rhababer“ in Schatten. Der Rhababer wuchs dadurch schneller, wurde kräftiger und meine Mom beschwerte sich, was Sie jetzt mit dem vielen Rhabarber alles machen soll. Wenn Pflanzen also im Schatten / oder Finsternis schneller zum Licht wachsen, dadurch auch stärker werden und auch die Wurzeln stärker werden, was für ein Segen dürfen wir in unserem Leben erwarten, wenn uns Gott durch solche Lebenslagen führt? Lassen wir uns darauf ein und hören was Gott uns sagen möchte, den wir dürfen ebenfalls Wissen:

Römer 8, 28 

Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten. Dies gilt für alle, die Gott nach seinem Plan und Willen zum neuen Leben erwählt hat. 

Daher möchte ich mir, uns und euch das nochmals neu zusprechen, das wir uns ermutigen lassen und uns im Fundament fest machen.

Wenn ich in mein Leben blicke, dann hat sich einiges grundlegend geändert. Aber vor allem durfte ich erfahren, erleben und erkennen, das Jesus Christus mich liebt. Ich wollte diese Liebe erwidern. Diese Entscheidung habe ich getroffen. Deshalb handle ich nach dem, was Jesus Christus mir in und durch sein Wort sagt:

Johannes 8, 31

[…]Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger;
32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Das ist ein bisher für mich in sich verstärkender Prozess. Ich will diese Liebe erwidern und lese daher in der Bibel, die Zeugnis von Jesus Christus gibt. Dadurch wächst meine Liebe zu Ihm und ich möchte, dass er noch mehr Bereiche in meinem Leben füllt oder übernimmt. Im Gebet kann ich alles vor Ihm bringen, was mich bewegt – aber in seinem Wort bekomme ich die meisten Antworten auf meine Anliegen. Wie befreiend – Und mir bleibt nur noch zu bekennen, Herr Jesus, Danke für dich und Danke, das du mich / uns hälst in deiner Liebe, in deiner Wahrheit gerade auch dann, wenn wir es auch mal nicht (mehr) können. Und bis dahin stärke unsere Wurzeln in dir. Amen.