Woman assembling puzzle beside boxes labeled “MORGENSONNE” and “VORFREUDE,” with note “Wenn aus Trauer Vorfreude wird. Das fehlende Puzzleteil.”

Wenn aus Trauer Vorfreude wird

Liebe Cousine …. ,

bezugnehmend zu unserer Whatsapp, möchte ich dir doch gerne ein paar Worte schreiben, bezugnehmend auf den „Tod“.

Mit Opa Arturs Tod wurde ein Puzzle vervollständigt, was lange offen war.

Als damals Frieder von uns ging, war das für uns alle unbegreiflich und mit schweren Wunden und Schmerz verbunden.

Ihr als Geschwister und Familie wart da sicherlich nochmals um einiges härter getroffen – doch auch bei mir hat es Jahre später immer noch Tränen ausgelöst.

Bis heute fließen die Tränen beim Gedanken daran.

Wie Ihr auch sind wir in einem „christlichen“ Elternhaus aufgewachsen – im Alltag jedoch viel Streit und Gewalt erleben müssen. Beten, wenn man zu Tisch geht – Prügel, wenn man was nicht kapiert hat. Bei mir Mobbing und Außenseiter in Schule und CVJM Verein. Dann Frieder, der aus dem Leben gerissen wird…. Alles in allem war für mich „Gott gestorben“.

Viele Jahre habe ich vor mich hin gelebt – mein Leben „ging weiter“ und ich erlernte einen Beruf, bekam Anerkennung für mein Talent und für meine Leistung. Trotzdem gab es ein Problem – ich hatte nach wie vor keine Freunde. Bzw. nur mal mehr und mal weniger. Das ging hin und wieder soweit, das ich nach Jahren doch hin und wieder die Hände faltete… Eher in WUT und Enttäuschung betete. Beruflich machte ich Karriere, bekam immer mehr „Verantwortung“ und war doch ein sehr aggressiver Mensch. Mein Lieblingsspruch zu Mitarbeitern: Ich bin nicht hier um Freunde zu suchen, geh jetzt raus und mach dein fucking Job. Ich hatte Mitarbeiter angeschrien, Sie schlecht behandelt und durch Worte getreten, wo Sie Ihre Leistung nicht gebracht haben.

Ich war Ihnen „von oben“ Vor!gesetzt – Mein Chef hatte mich damals an dieser Stelle haben wollen. Ich wollte die Verantwortung gar nicht… Mobbing-Kind und so. Ich hasste Menschen!

Jedenfalls hatten die Mitarbeiter ein Problem: Der Trottel Andi wusste wovon er sprach. Fachlich machte ich Ihnen was vor, erkannte die Fehler am Gerät schon von der Ferne. Und wenn ich dann auch noch einmal den Schraubendreher in die Hand nahm (um die Kollegenschaft zu demütigen), gelang es mir auch noch. (Talent) Wochenlang versuchten Sie Geräte zu reparieren bis es mir zu bunt wurde… und dann hatte ich auch noch Erfolg.

Das war ich – ein aggressiver und talentierter Techniker mit zu viel Verantwortung über Menschen, der Menschen hasste und auf alle geschissen hat. Mit dem Ergebnis:

Ich war trotz dem gefüllten Bankkonto doch immer wieder allein, einsam und – faltete die Hände. Alle Monate/Jahre wieder.

Es kam die Zeit, als der oberste Chef mich ins BOM (Borad of Management) beorderte. Ein Mensch, vor dem alle Angst hatten – inkl. mir. Dort, im allerersten Meeting betete ich ein Stoßgebet zum Herrn – er möge Ihm helfen. Und das tat er auch, das Meeting war wunderbar.

Dieser jene Moment hat mich umgehauen … und ich bin mit vielen Fragen weiter durchs Leben. Gibt es etwa doch Gott?

In dem Zeitraum machte ich einmal was richtig – ich tat es nicht als „Zufall“ ab, sondern wollte nochmals nachfragen: Gott, gibt es dich? Wirklich?

Das war der beginn meines Lebenswandels….

[…Da gibt es viel zu sagen, aber ein Sprung zu Noah…]

Noah war schon ziemlich früh durch Neurodermitis geplagt. Ich selbst war ja jetzt zwar „ein wenig“ im Glauben, aber noch immer in vielen Bereichen der alte. Geduld hatte ich damals auch noch nicht. Und so war ich natürlich unglaublich wütend auf Gott, warum Noah diese Krankheit tragen muss obwohl er nichts dafür kann. Ich hatte nach dem Erlebnis mit Gott keinen Zweifel mehr daran, dass er nicht heilen könnte! Aber er tat es nicht… Das machte mich so wütend und sauer. Wäre es ein Gott, der es halt nicht kann, wäre ich ja auch nicht sauer… nach dem Motto „du hast das beste versucht“. Aber nein, ich wusste er kann – tat es aber nicht! Warum nicht? Ich fragte alles andere als liebevoll nach… Ich war sauer. Stinksauer und machte Ihm Vorwürfe.

In dieser Zeit wurde meine Gottesbeziehung tiefer und die Beziehung zu Anne ebenfalls. Wir sind als Paar unglaublich zusammengewachsen und Gott spielte für mich eine immer größere Rolle. Nach ich weiß nicht wie vielen Monaten schwerer Neuro, standen wir auf dem Parkplatz der Klinik in Neukirchen. Anne war ja mit Gott nicht so unterwegs, für Sie war es noch neuer als für mich. Auf dem Parkplatz wollte ich aber unbedingt noch beten – vermutlich sogar das erste mal laut vor meiner Frau. (Waren ja 2 Tage frisch verheiratet) Wir gingen rein – zur Anmeldung, als Anne hinter mir ein Bild an der Wand bewunderte. Sie meinte nur, „was für ein schönes Mosaik“. Ich drehte mich um, erkannte sofort das Bild des barmherzigen Samariters. Mit tränen in den Augen sagte ich hier, wir sind hier richtig. Und ja – diese knapp 4 Wochen glaub waren der Game-Changer bei Nohas Neuro.

Anne fragte irgendwann – wie kann ich Glauben, an jemand, den ich nicht sehe? Ich fragte zurück – im Hinblick auf das erlebte, wie könnte ich nicht? (Sie war ja dabei)

Und heute – Jetzt wo aus meinem Glauben „WISSEN“ wurde, weiß ich auch, das das mit der Ewigkeit stimmt. Es wird kein Leid und kein Schmerz mehr geben. Der Herr selbst will uns die tränen abwischen. Und was sind dann schon die ~80 Jahre hier im Verhältnis zur Ewigkeit? Ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich auf die Ewigkeit freue. Endlich ohne „Mühsal“ und „Schmerz“ einfach nur SEIN zu dürfen. Nicht zwischen 2 Sachen entscheiden zu müssen, weil ja nur „Zeit“ für eins von beidem ist. Urlaub ohne Mühevolles Kofferpacken… Sondern dort zu sein, wo alles Leben ist. Ich liebe meine Familie – aber wenn MICH der allmächtige Gott BRAUCHT um meine Familie zu versorgen, haben wir ein ernsthaftes Problem. Aber so lange der allmächtige Herr mich dafür gebrauchen möchte, will ich dieses Mühsal auf mich nehmen und erfreue mich täglich an meiner Frau und an den Kindern. Nochmal – Ziel ist und bleibt die Ewigkeit. Keine Trauer, kein Schmerz, kein Mühsal, … allein Freude ist uns verheißen.

Kommen wir zu Opa Arturs Tod – ein Puzzleteil, das noch gefehlt hat.

Als Opa Artur gestorben ist, hat mich mein Vater angerufen und mir das mitgeteilt. Ich war mit den Kindern auf dem Spielplatz und nahm das erst einmal zur Kenntnis. Wir alle wussten ja dessen. Der Tag ging erst einmal normal weiter – bis ich dann Nachmittags / Abends auf den Sessel bei uns im Wohnzimmer platz genommen hatte. Dort ist auch der Ort, an dem ich gerne Bibel lese, nach Sinne oder dann vom Alltag zur Ruhe komme. Ich dachte an Opa Artur und mir vielen ein paar Dinge ein. So zum Beispiel wie wichtig es Ihm war, all seinen Enkeln immer persönlich eine Karte zu schreiben, zu jedem Geburtstag, Ostern, Weihnachten,… und immer war im Wichtig, uns Gottes Segen zu wünschen.

Diese Erkenntnis brachte mich dazu, im Gebet Danke zu sagen. Ich dankte Gott, das Opa jetzt bei Ihm sein darf, da wo er immer hin wollte. Das was Ihm am wichtigsten war. Und so verspürte ich statt Trauer eine tiefe Freude für Ihn. Er durfte endlich da hin wo es keinen Schmerz und kein Leid mehr gibt. Zu Jesus Christus, seinem Herrn! Und dann kam der Hammer, wo meine Tränen nur so zu fließen begannen. Nach meinem Amen nahm ich das Handy zur Hand. Das erste was ich sehen durfte, war der Grabstein von Frieder, den deine Mama im Status hatte. Die direkte Antwort von Gott an mein Gebet mit der Info: „Ja Andreas, er ist da. Und Frieder auch!“

Ich war direkt wieder im Gebet mit lauter Freudentränen. Artur und Frieder sind zusammen, sie sind tatsächlich zusammen! Und die Gewissheit: Auch ich werde Sie wiedersehen! Das ist keine Hoffnung oder Glaube, sondern die reinste Gewissheit! Die Gewissheit schenkt Gott allein.

Frieders Tod konnte ich damals nicht verstehen – und auch heute verstehe ich es nicht. Aber in Bezug auf das, was Gott für uns in der Ewigkeit bereit hält und mit Blick auf dieses mühsame Leben hier auf Erden, hat Frieder selbst eigentlich „den Jackpot“. Direkt zu Jesus Christus ohne „all den Kampf“ auf Erden mitmachen zu müssen.

Ich selbst freue mich auch schon sehr auf das Leben nach dem Tod. Aber so lange ich hier sein darf, will ich bestmöglich mich um meine Familie kümmern, Menschen einladen nach Gott zu suchen und als Werkzeug des höchsten Ihm dienen wo auch immer ER mich gebrauchen möchte. Als Überschrift würde ich sagen: Wenn aus Trauer Vorfreude wird.

Dazu passt die heutige Losung auch:

Der HERR ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt.

Klagelieder 3,25

Lehrtext

Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.

Offenbarung 3,20

Zur Losung ein paar Gedanken findest du hier:

Diese Losungen inkl. der Gedanken fing ich an täglich zu lesen auf der Suche nach Gott, der damals im BOM ein Wunder getan hatte.

Liebe Grüße

Dein Cousin Andi