Woman sitting near window holding health documents and a book titled 'Hope'

Diagnose Krebs – mitten im Leid

Liebe …,

ich hatte mich vor einigen Tagen beim Gathering *Name entfernt* getroffen und mich daher über dich erkundigt. Groß über dich gesprochen haben wir nicht – stattdessen hat er mir signalisiert, dass er beim Essen mit dir leider nicht dabei sein kann und du dich bestimmt freuen würdest, mich zu sehen. So habe ich direkt die Gelegenheit genutzt und freu mich jetzt natürlich riesig, dass wir uns zum Essen sehen und treffen können.

Wir werden sicherlich nicht über Gott und die Welt sprechen können, aber doch ist es mir ein Anliegen, ein paar Worte und Erlebnisse mit dir zu teilen.

Ich hatte eine schwierige Kindheit, war immer sehr nervös, in der Familie gab es immer Zoff und in der Schule war ich gerne das Opfer. Erst viel später, so in der 8. Oder 9. Klasse hat sich das Thema „Mobbing“ in der Schule gelegt, Streit daheim war aber trotzdem immer begleitend dabei. Als Kind musste ich mir immer wieder anhören „hättest du aufgeräumt, müsstest du jetzt nicht suchen“, „hättest du gelernt, wärst du jetzt nicht so schlecht in der Schule“, „hättest du gespart, könntest du dir heute etwas leisten“, „hättest du dich besser vorbereitet, wärst du da dem nicht auf den Leim gegangen“.

Zugegeben, böswillig war es nicht – aber das Siganl „ich als Versager“, das kam an. Dazu kam noch, dass man meiner „Eigenart“, der Nervosität nie Beachtung geschenkt hat. Von den Symptomen her, würde ich nach heutigem Stand „ADHS“ vermuten.

In der Zeit als Kind war es „Pflicht“, immer am Tisch zu beten, sonntags in die Kinderkirche etc. und auf der anderen Seite war Gewalt, Streit und Mobbing an der Tagesordnung.

Für mich war klar – Damit werde ich NICHTS zu tun haben wollen. Nach der Schule änderte sich ein Teil meines Lebens: Ich durfte über ein Praktikum mein „Lehrbetrieb“ kennen lernen. Der Chef des 3-Mann Betriebs durfte damals noch nicht ausbilden. Als er mich aber im Praktikum erlebt hatte und mein ausgeprägtes technisches Verständnis entdeckte, nahm er sich die Zeit, innerhalb des Jahres den Ausbilderschein zu machen. Ich war im Folgejahr dann Azubi No. 1 😉.

Nach der Ausbildung kam es trotzdem zum Wechsel in einen neuen Betrieb. Ich liebte es, mich mit den technischen Geräten (Drucker, Notebooks, Server, etc) auseinander zu setzen und konnte eigentlich alles reparieren. Aufgrund dessen wollte mein Chef, dass ich im Innendienst tätig werde, weil ich remote am Telelfon womöglich am besten weiterhelfen kann. Damit hatte er zwar Recht – aber persönlich war ich oft an dieser Stelle sehr überfordert. Ich war cholerisch, behandelte Menschen schlecht. War auch nicht besonders verwunderlich aufgrund dessen, was ich in Familie und Schule bisher erlebt hatte.

Technisch gesehen war ich immernoch ganz vorne mit dabei. Menschlich gesehen hat kaum einer mich respektiert – aber fachlich betrachtet wusste ich sehr genau, wovon ich spreche. Das war – teilw. sehr zum leidwesen der Kollegen – dass, was Sie einfach akzeptieren mussten und auch haben.

Durch den Erfolg (Erfolg macht sexy) lernte ich zwar auch immer wieder Menschen kennen, hatte „Freunde“ und die ersten Beziehungen. Aber das fuhr ich aufgrund meiner Art regelmäßig an die Wand. Ich war immer wieder an Punkten in meinem Leben, wo ich immer wieder trotzdem die Hände faltete. In Beziehungen fragte ich mich immer, warum ich nicht lieben kann und wieder Herzen gebrochen habe. In Freundschaften verstand ich schnell, ich wäre ungern ein Freund von mir selbst – daher auch nicht verwunderlich, warum andere keine Freundschaft mit mir pflegten.

Dieses „Hände falten“ hat aber eines Tages alles verändert. Der Geschäftsführer im alten Unternehmen bat darum, das ich mit ins Management komme. Er war kein einfacher Mann – war ebenfalls cholerisch und alle Mitarbeiter hatten Angst vor Ihm. Wenn er einen schlechten Tag hatte, konnte es gut passieren das man gefeuert wurde. Ein „zurück“ hat es nie gegeben.

Jedenfalls war das Meeting No 1 – und mein Chef kam genau in dieser Laune in das Meeting. Ich faltete innerlich die Hände und bat darum, dass Gott Ihm hilft. Der erste, der dann das Wort nach seiner Begrüßung ergriffen hat, war ich. Keine Ahnung mehr, was ich gesagt hatte, aber nach meinem Gebet änderte sich die Atmosphäre im Raum. Kollegen haben beim Verlassen des Raums mir das bestätigt, weil Sie sich wunderten, wie gut das Meeting heute war. (Sie erwarteten Zeitverschwendung, wie es eigentlich immer war, wenn der Chef so drauf war)

In dem Moment durfte ich erkennen: Es gibt doch einen Gott.

Damit habe ich begriffen, es geht um so viel mehr in dieser Welt. Nicht nur „Business First“ und Erfolg – sondern es geht um die Menschen. Die Umstände im Leben waren exakt dieselben wie vorher auch. Aber ich war plötzlich „glücklich“, selst wenn ich allein war. Es war ok, wenn andere Kollegen mal einen Fehler gemacht haben. Viele Techniker fingen an, mich auch menschlich zu schätzen, weil Sie auch keine Angst mehr vor mir hatten. Ich selbst hatte keine Angst mehr vor meinem Chef. Wir haben zwar gestritten, weil ich im Gegensatz zu vielen anderen Ihm die echten Zahlen des IT-Service gezeigt habe. (Es sah beschissen aus)

Den Service haben wir noch von roten Zahlen auf eine schwarze 0 optimiert – was aber letztlich keine Rolle spielt(e).

Persönlich bin ich viel ruhiger geworden. Hatte nicht immer nur Vertragserfüllung im Kopf, sondern eben Beziehung. Hilf anderen, lasten zu tragen. Fördern und Mut machen, aber auch Auffangen und zur Seite stehen.

Für mich ist klar. Selbst wenn es hier auf der „buckligen Welt“ bucklig bleibt, es wartet so viel mehr auf mich. Und ich habe meinen Heiler fürs Leben gefunden. Meinen Herrn und Heiland Jesus Christus.

Ich weiß und habe ja mitbekommen, wie sehr du nach Heilung suchst. Über Jahre hinweg, habe ich auch immer wieder nach „Heilung“ gesucht. Gegen meine Wutausbrüche, gegen meine Einsamkeit, gegen meine Ungeduld. Ich wollte auch endlich mal diese „Leichtigkeit“, die augenscheinlich alle um mich leben.

Du bist bei deiner Suche bis nach Indien gereist und hast dich „Heilern“ anvertraut. Teilw. wurde es auch einmal besser – gerade, weil hier auch große Mächte mitspielen. Aber ich möchte dir sagen, dass DU nicht deine Einschränkung oder Kranheit bist. Wir haben Einschränkungen – ja. Wir haben mühsal – ja. Wir haben Unruhe und leben in turbulenten Zeiten – ja. Aber wir sind berufen dazu, mehr als das zu sein.

Und daher meine Bitte:
Gib Gott eine Chance. Bitte Ihn, sich dir zu zeigen – nicht über andere, sondern ganz direkt.

Ich schließe mit dem Satz, den Jesus Christus uns zu ruft:

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“
Matthäus 11, 28

Wenn du ehrlich bist, kannst du dabei nichts verlieren. Eine Chance zu geben, kostet dich nichts. Wenn es keinen Gott gibt, passiert halt nichts.

Wenn es aber tatsächlich Gott gibt, gibt es auch den Widersacher. Er wird alles Mögliche tun, um dich daran zu hindern, ernstlich nach Gott zu fragen. Lass den innernen „Schweinehund“ nicht gewinnen und frag einmal ehrlich nach Gott.

Ich bete für dich *Name entfernt*, dass du viel Kraft für die schwere Zeit bekommst. Falls ich auch direkt was für dich tun kann oder du konkrete Anliegen hast, lass es mich gerne Wissen. Ich will versuchen dir zu helfen.

Von Herzen liebe und herzliche Grüße

Dein Kollege Andi

PS: Wenn du nicht weißt, wie du nach Gott fragen sollst, habe ich hier optional eine Empfehlung für dich. Das Johannes Evangelium hat 21 Kapitel. Jeden Tag ein Gebet und ein Kapitel… das hast du dann in 3 Wochen fertig.   

Link:

https://www.bibleserver.com/HFA/Johannes1

(HFA =  Hoffnung für alle, eine gut lesbare moderne Übersetzung)

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