Lieber …,

ich habe mich sehr gefreut, dass wir noch gemeinsam persönlich Zeit verbringen konnten und durften. Ein Thema, welches wir angerissen hatten, möchte ich nochmals im folgenden mit dir teilen. Du sagtest, du glaubst ein einen gnädigen Gott.

Der Gott, an den ich glaube, ist gnädig. Er ist aber auch gerecht. Wenn man das ganze von der Liebe aus denkt, kommt man auf folgendes Ergebnis:

Gott:

Heilig, ewig, allmächtig, fehlerfrei. Alles, was nicht fehlerfrei und ewig ist, hat und kann mit und bei Gott nicht bestehen.

Gerecht:

Jeder einzelne Mensch ist sein Geschöpf. Wir alle sind gemacht – so unvollkommen wir auch sind. Und er liebt ALLE seine Menschen.

  • Es wäre nicht gerecht, wenn der, der mich, meine Frau, Freunde von mir oder so verletzt hat und ohne weiteres bestehen darf. (Ich nenne es mal „in Himmel kommen“)
  • Ich kann auch nicht einfach in den Himmel kommen, weil ich auch nicht immer und zu jedem gerecht war. Teilw. habe ich es vermutlich gar nicht gemerkt, wie ich „den anderen von Gott geliebten Menschen“ verletzt hab. Täter und Opfer haben das gleiche Problem.

Ergebnis:

Irgend jemand muss für die Schuld, die wir getan haben, bezahlen.

Nun sein liebevolles Angebot:

Er sagt: Hey – ich habe hier den „Betrag“, den du schuldest aufgrund deiner Schuld. Wenn du möchtest, greif zu. Dann kannst du durch mein Opfer deine Schuld begleichen. Aber weil Liebe eben für beide Seiten freiwillig ist, musst du es nicht annehmen. Du darfst – musst aber nicht.

Verheißung:

Wenn du mein Angebot annimmst, dann möchte ich nicht nur deine Schuld begleichen, sondern auch mich um deine Wunden kümmern, die dir andere angetan haben. Du bist mein geliebtes Geschöpf, ich will und möchte dir auch hier helfen. Nicht alles will Gott im Diseits lösen, aber spätestens im Jenseits. Und weil ich dich liebe eine echte Beziehung mit dir haben. Nur wenn du auch willst.

Ehrlichkeit:

Wenn du dir die Erde, Weltraum etc. mal anschaust, abends mal in den Himmel schaust, die Sterne siehst. Deinen Körper betrachtest etc… und ehrlich reflektierst: Du wirst feststellen, etwas in dir wird dir sagen, dass „dies“ alles irgendwie noch nicht alles gewesen sein kann. Ja, alles altert, der Körper baut ab, Denken funktioniert nicht mehr so wie früher, aber doch ist innerlich etwas, was sich eben noch nicht alt anfühlt. Noch unverbraucht anfühlt – sowas wie dein „ich“ oder deine Identität. Das, was du da spürst, ist deine „Seele“.

Hauptproblem:

Gott ist in allem erkennbar, wenn man ehrlich ist. Aber wir neigen schnell dazu, alles als „Natur“, „Schicksal“, „Zufall“ etc. zu verniedlichen und somit die existenz Gottes in Frage zu stellen.
Bei „größeren Schicksalsschläge“ fällen wir dann ganz schnell ein Urteil und sehen dieses Unglück als Beweis dafür, dass es Gott nicht geben kann, WEIL er ja so etwas nach UNSERER Vorstellung von Gott nicht zulassen würde. Und wenn ich natürlich an der Existenz zweifle, will ich meine Zeit nicht mit „Suchen“ verschwenden, weil „ICH“ ja schon weiß, dass ich nichts finde. Zurück zur Ehrlichkeit: Würde Gott TATSÄCHLICH diese Schicksalsschläge nicht schaffen/zulassen, würde uns ja noch weniger in den Sinn kommen, nach Gottes Exitenz zu fragen.

Endgültiges Ergebnis:

Wir sehen, das Gott uns in seiner Liebe sich uns immer wieder zeigt. Und er möchte unbedingt auch Beziehung mit uns – aus Liebe und vor allem auch WEIL er weiß, dass „du“ bzw. deine Seele nicht einfach vergeht. Und er weiß auch, dass es Leben NUR mit Ihm gibt. Wenn die Seele für immer von Gott getrennt sein müsste, weil es das ist, was er von sich selbst in uns hineingelegt hat (Odem), dann ist das für die Seele die reinste Qual. Die Seele sehnt sich nach der Herrlichkeit und Vollkommenheit und absoluten Frieden – was es schließlich halt NUR bei Gott gibt.

Ich schließe mit dem Satz, den Jesus Christus uns zu ruft:

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“
Matthäus 11, 28

oder

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“
Johannes 14, 6

Abschließend noch persönlich:

Ich selbst weiß, dass mein Erlöser lebt. Nicht aus eigener Kraft, sondern weil ich Gott persönlich in meinem Leben erleben durfte und er mir jeden Tag neu diesen Glauben und das Vertrauen zu sich selbst schenkt. 1
Er hat mein Leben verändert und ich bin wunderbaren Menschen begegnet. Ich will diese wunderbaren Menschen unbedingt wiedersehen! Ich will dich wiedersehen.

Das ist auch der Grund, warum ich dir diese Worte schreibe, weil du mir wichtig bist.

Natürlich will ich dich aber in Zukunft nicht mit diesem Thema nerven. Ich bin jederzeit aber bereit, für dich und / oder deine Anliegen zu beten. Selbst wenn Sie dir zu persönlich sind, diese konkret zu teilen – ein „Andi, kannst du für mich beten.“ reicht vollkommen aus. Natürlich kann ich auch jederzeit mit dir gemeinsam beten.

Liebe Grüße – auch an deinen Vater, den du jetzt in den letzten Schritten begleiten darfst.

Ich bete für dich, dass du viel Kraft für die anstrengende Zeit bekommst und für Ihn da sein kannst. Und ich bete für Ihn, auf dass er von Gottes Liebe erfährt und der Tod nicht das Ende, sondern der Anfang ist.

Dein „alter“ Kollege Andi

PS: Wenn du nicht weißt, was du mit deinem Vater reden sollst – irgendwann scheinbar alles gesagt ist, dann lies Ihm doch aus der Bibel vor. Ich empfehle dir das Johannes Evangelium. Wenn Ihr mit offenem Herzen lest, – evtl. ein ehrliches Gebet „Gott, bitte begegne uns“ – werdet Ihr Gott, den allmächtigen erleben dürfen.  

Link:

https://www.bibleserver.com/HFA/Johannes1

(HFA =  Hoffnung für alle, eine gut lesbare moderne Übersetzung)

Anmerkung:
  1. Es ist schlicht wie in einer normalen für die meisten von uns bekannten Liebesbeziehung. Aus „irgendeinem*“ Grund fing ich an, mich mit Gott zu beschäftigen. Ich lernte Ihn kennen und habe mich letztlich irgendwann in Ihn verliebt. Wenn wir uns an unsere Jugend zurück erinnern, Wissen wir genau wovon ich hier spreche. Im Gegensatz zur unvollkommenen „Jugendliebe“, hat sich die Liebe zu Gott letztlich fortwährend verstärkt – natürlich mit „tiefen Phasen“ im Leben, wo ich auch mal richtig sauer auf Gott war. Er blieb mir treu und treu an meiner Seite. Heute weiß ich, dass ich seine Hilfe auch in meiner Ehe brauche, um die Liebe zu meiner Frau in Brand zu halten. Was für ein Gott – und wie dankbar ich bin, das er mir das schenkt. Danke Jesus!
    * Durch ein mir bekanntes Erlebnis habe ich erkennen dürfen, Gott gibt es wirklich. Dann war ich angetan und wollte mehr über Ihn Wissen wollen. ↩︎

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